Die Kirche von Glees erhebt sich auf einer Anhöhe über dem Ortskern und prägt so bereits seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild der Gemeinde. Das Gotteshaus zählt zudem zu den ältesten Bauwerken des Ortes; der romanische Westturm aus der Zeit um 1100 ist bis heute erhalten.
Das genaue Baujahr der Kirche ist leider nicht bekannt. Überliefert ist jedoch, dass die Gleeser bereits im Jahre 1266 die Pfarrei Wehr als ihre Mutterkirche anerkannten. Die erste erhaltene urkundliche Erwähnung des, dem heiligen Brixius geweihten, Gotteshauses stammt aus dem Jahr 1475.
In einem Visitationsprotokoll aus dem Jahr 1735 wird die Kirche als stark baufällig beschrieben. Durch die großen Bemühungen der Gläubigen aus Glees konnte bereits 1753 das von Grund auf renovierte beziehungsweise größtenteils neu errichtete Kirchenschiff eingeweiht werden. Der hochmittelalterliche und wehrhafte Glockenturm mit seinen drei Glocken blieb dabei vollständig erhalten.
Aus dieser Zeit stammten auch der schmucke Hochaltar und ein Großteil der Einrichtung. Der alte Hochaltar musste 1931 leider aufgrund von Holzwurmbefall entfernt werden. Die Geschwister Reuther, damalige Pächter des Seehotels Maria Laach, stifteten der Gemeinde einen neuen Hochaltar aus Lahnmarmor. Die Ausmalung der Kirche mit Wandfresken und den großen Altarbildern, die bis heute in leicht vereinfachter Form erhalten geblieben sind, entstand zur gleichen Zeit unter dem renommierten Laacher Künstlerbruder Notker Becker.
Die Altarbilder zeigen in der Mitte Christus als Weltenherrscher, links die Verkündigung an Maria durch den Engel und rechts die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer.
Bei dem Kirchenbau handelt es sich um ein einschiffiges Langhaus mit einem aus fünf Seiten des Achtecks gebildeten Chor. Das Chorgewölbe wurde in gotischer Form mit Rippen ausgeführt, die farbig besonders hervorgehoben sind. Bei den farbenfrohen Fenstern im Langhaus handelt es sich dagegen um hohe Rundbogenfenster. Sie zeigen die vier Evangelisten. Die beiden Fenster im Chorraum stellen die Verlobung Mariens mit Josef sowie den Tod des heiligen Josef dar. Die sechs Hauptfenster stammen aus dem Jahr 1886 und sind größtenteils mit Widmungen Gleeser Familien versehen. Zwei weitere Rundfenster aus den 1980er-Jahren im hinteren Teil der Kirche zeigen moderne Marienmotive.
Der heutige Zelebrationsaltar ersetzte in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil den letzten Hochaltar. Dabei handelt es sich, dem Zeitgeist entsprechend, um eine schlichte, von Säulen getragene Mensa. Dahinter befindet sich an der Chorwand ein altes Basaltkreuz, das früher auf dem Dorfplatz vor dem Laacher Hof stand. Einen Ehrenplatz im Altarraum besitzt außerdem die Tuffsteinfigur des Kirchpatrons St. Brixius aus der Zeit um 1500. Darüber hinaus befinden sich im Chorraum eine alte Sakramentsnische und eine Pietà auf einer Konsole. Der Ambo, der Tabernakel sowie die weitere Ausstattung sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Warme Farben und die Harmonie des Innenraums verleihen der Kirche bis heute ihre besondere Atmosphäre und sorgen bei Gottesdienstbesuchern und Gläubigen für ein Gefühl von Geborgenheit.
Verfasser: Alexander Diederich
St. Briktius
Impressionen
St. Briktius
Kirchweg 5
56653 Glees
